Mittwoch, 29. Dezember 2010

unterwegs

"Mami says I was born to be star" - Riesige Reklametafel mitten in all den unterschiedlichen Lebensstilen für teueren und exclusiven Kinderschmuck.
Es gibt auf den Strassen zwar Geschwindigkeitsbegrenzungen und Vorfahrtsregeln, aber kaum jemand hält sich daran. Was zählt ist Durchsetzungsvermögen und Geschwindigkeit, obwohl bei allen anderen Aktivitäten ist immer genügend Zeit. Das einzige, was den Geschwindigkeitsrausch im Verkehr aufhält sind Schlaglöcher in den Straßen, davor haben alle Fahrer einen großen Respekt - und sie wissen auch alle im Vorraus, wo diese sind.
Überholmanöver: Klappt es? Oder klappt es nicht? Haarscharfe Aktionen, aber bis jetzt - toi, toi, toi- wir leben noch! Ein Bus, zwei Autos und ein Moped teilen sich gerne eine zweispurige Fahrbahn. Oder auch fünf PKWs vor der Ampel nebeneinander aufgereiht...
Elefant-Wash: Ein großer und drei kleinere (die kleinen sind ca. 7 Jahre alt) Elefanten liegen an der Seite des Flusses und genießen es, sich abrubbeln und streicheln lassen. Wir dürfen helfen. Das hat richtig Spaß gemacht - auf beiden Seiten.

Es geht weiter ins Hochland, endlich mal wieder frische Luft und wunderschöne Landschaft. Während ein Chai unten in einem guten Cafe 40 Rupien kosten, bezahlt man an dem Rastplatz 10 Rupien. Immerhin 400% teurer in der Touristengegend.

In die Berge

Es ist jetzt kurz vor 7 Uhr und wir sitzen im Taxi auf dem Weg nach Munnar, ein Region in der Tee und Kardamon angebaut wird. Es ist eigentlich KEIN Taxi, denn diese streiken heute, aber unser Vermieter hat dann doch irgendwie einen Van für uns fünf besorgen können. Auf dem Weg dorthin werden einen Abstecher unternehmen zu einer Elefantenbadestelle. Die Elefanten baden schon so früh am Vormittag, so dass wir bereits recht früh aufstehen mussten: 5.30 Uhr, packen, frühstücken und los.
GESTERN hatten wir einen Tagesausflug unternommen in die hoch gepriesenen Backwaters, Gewässer im Hinterland zwischen Süß- und Salzwasser. Urteil: Nett. Aber schon auch merkwürdig auf so einer durchorganisierten Touri-Tour. Danach völlig erledigt vom Nichtstun.
Prasadavati und Niels haben sich dann aber noch weiter fordern lassen bei einer Yoga-Stunde - diesmal bei einer Lehrerin: "Cousine unseres Vermieters ..." War wohl sehr gut, auch wenn es schwieirg gewesen sein soll, den Anleitungen zu folgen. Lauter Straßenlärm machte die Kommunikation problematisch. Dann die Anweisung: Be quite and just relax.

Montag, 27. Dezember 2010

Voll aktiv

Heute, am 27. Dez., war ein aktiver Tag. Na ja, zwischendurch hatten wir schon die Möglichkeit ein Nickerchen einzulegen.
Morgens um 6 Uhr aufgestanden und auf dem Weg zum Morgen-Yoga Justine und Denise abgeholt. Um 7 Uhr begann unsere Yogastunde: Auf dem Dach eines Hotels mit einem 'echten' indischen Yogi. Zumindest war er vorbildlich in der Lage, seine Gliedmaßen zu verrenken und wir haben uns häufig einen abgequält. Es war ein super guter Wachmacher und Energiser. Fit für einen langen Tag. Oben vom Dach aus hatte man einen wunderbaren Ausblick über die noch eingerollten Fischernetze hinweg auf das Meer und Teile eines Hafens.
Mittags (nach einem kleinen Schläfchen) ging es dann mit einer Fähre auf's Festland nach Ernakulam, die eigentliche große Stadt hier in Kochi, um dort zunächst eine Augenklinik auf zu suchen, da Niels seine Augenverletzung regelmäßig untersuchen lassen soll, und es gibt gute Augenkliniken in Indien. Ein wenig peinlich berührt, aber doch genießend, mussten wir uns nicht in die Warteschlange einreihen, sondern wurden gleich in's VIP- Zimmer geleitet von zuvorkommenden Helferinnen, die sogleich a.) die Fernbedienung für die Klimaanlage in die Hand nahm und diese anstellte (es war schon eine angenehme Temperatur im Raum) und b.) die zweite Fernbedienung in die Hand nahm und den Fernseher anstellte. Also Zeit für indischen Pop in Bollywood Manier. Richtig 'süß'. Niels ist gut und professionell verarztet worden.
Und weiter ging es in die Stadt. Die Haupteinkaufsstraße enlang. Leckere frittierte Linsenbratlinge, Kartoffelklöße, Gemüsebratlinge von einem Straßenstand, an dem zumindest ich normalerweise nicht stehen geblieben wäre. Es war köstlich, lecker und gut bekömmlich. Alles war frisch zubereitet. Ansonsten halt indische Stadt: interessant, sehr gemixt, arm neben reich, absolute Luxusreklame und - güter neben kleinen heruntergekomenen Läden. Und laut. Und stickige, dreckige, verbrannt riechende Luft. Verbrennen am Straßenrand ist hier wohl die üblichste Art der Müllentsorgung. Zwischendurch einen leckeren Kaffee Americano und ein Stück Schokoladenkuchen in einem klimatisierten Starbucks-Verschnitt. Mit der Fähre zurück nach Fort Kochin, mit dem Tucktuck zu Beenas Homestay. Und heute gab es den wohl leckersten Curry seit unserer Ankunft.
Morgen geht's ab zu den Backwaters. Eine Tagestour.

Weihnachten in Fort Kochin

Dieser kleine Bereich von Kochin - also Fort Kochin - ist über Weihnachten voll mit Touristen. Hochsaison. Zum Teil mit westlichen Touristen, aber auch ganz viele Inder, die hier ihren Urlaub verbringen. Am ersten Tag sind wir entlang der Strandpromenade in das Stadtzentrum gegangen: Voll mit Indern, die das Wasser beobachten, einfach neben einander stehen, den Fischern zuschauen. In der Stadt selbst hatte ich zuerst die Orientierung verloren, was ich nicht so gerne mag. Ich finde es gut, dass es mir eigentlich recht leicht fällt mich in einer neuen Ortschaft schnell zu orientieren, aber ich war wohl noch sehr vom Jetlag geplagt. Jetzt mittlerweile geht's ganz gut.
Ein netter, realtiv kleiner Ort. Für indische Verhältnise könnte man sogar sagen 'idyllisch'. Wenn man andere Städt Indien zuvor kennengelernt hat, ist dies eine wahre Oase. Wenn man direkt aus Europa kommt, kann man das nicht sogleich erkennen...
Gestern Abend: Sobald es dunkel wird setzt sich eine Art Volkswandung in Bewegung zum 'Weihnachtsbaum' entlang einer mit Glitzer und Lichterketten herausgeputzen Straße. Gedränge, Autohupen - soweit nichts Ungewohntes. Der Weihnachtsbaum: Ohne zu hinterfragen hatten wir eine ja schon irgendwie kitschig geschmückte größere Tanne erwartet. Aber wo sollte hier auch eine Tanne herkommen!!! Es war ein riesiger ausladender allein stehender Baum, völlig überladen mit bunten Lichtern und Schmuck. Und wirklich riesig groß. Auf dem Weg dahin ein großer Plaz mit Disko. Unter dem Weihnachtsbaum auch extrem laute Musik: Vom Schlager bis Hiphop und Dancefloor. Aber Hauptsache: Laut.
Nun, in dieser Gegend wohnen. viele Christen, aber ebenso in friedlicher direkter Nachbarschaft Hindus und Moslems. Und wenn es was zum Feiern gibt, sind alle dabei.
So wie bei uns zu anderen Gelegenheiten üblich, laufen auch hier Kindergruppen von einem Haus zum anderen und singen Jingle Bells auch vor unserer Tür. Aber im deutlichen Gegensatz zu den Kids in Deutschland laut, alle Stophen, die richtigen Noten treffend und mit ganz viel Körpereinsatz und Enthusiasmus. Ja leider: Die Fotos könnten's belegen.
Letztes Jahr erlebten wir Weihnachten in Singapur, dieses Jahr in Südindien und nächstes Jahr? Ich nehme ganz stark an: in Minden.

Fotos

Da ich diese Texte im Moment von meinem ipad aus sende und noch nicht weiß, wie ich die Dateigröße der Fotos verkleinern kann, gibt's erst einmal nur den Text. Die Fotos werden nachgeliefert.

Kochin & Jetlag

Wie so häufig bin ich nicht dazu gekommen, gleich einen Eintrag hier zu schreiben. Ehrlicherweise muss ich sagen: Ich war zu müde dazu und hatte einfach keine Lust. Die Zeitverschiebung von 'nur' viereinhalb Stunden hat diesmal gereicht, nicht nur mich ausser Gefecht zu setzen. Mittlerweile geht's und es ist jetzt wohl nur die ungewohnte Wärme, die einen in eine Art Dämmerzustand versetzen kann.
In Abu Dhabi mussten wir noch auf einen Flug warten aus Dublin. Dort war auch das Winter-Chaos ausgebrochen. So sind wir mit ein paar Stunden Verspätung hier angekommen.
Zuerst zum Frühstück bei Justine und Denise. Dort sind wir alle eingeschlafen, so dass wir dann auch recht spät zu unsere Unterkunft "Beena Homestay" angekommen sind, wo ein verspätetes Frühstück noch auf uns wartete. Ob Frühstück oder nicht - das war ein wenig unklar, da das Essen zum Frühstück ungefähr genauso aussieht und schmeckt wie das Abend'brot': Curries im Kerala-Stil.
Aber die Unterkunft ist super, die Vermieterfamilie sehr freundlich und umgänglich, das Essen lecker und immer vegetarisch. Zunächst ist es schon etwas ungewohnt, dass immer jemand aus der Familie daneben steht und schaut, ob etwas nachgereicht werden muss. Irgendwie ist die Familie in die Konversation eingebunden und dann auch wieder nicht. Aber man gewöhnt sich daran. Justine und Denise wohnen (noch) nicht hier, aber freundlicherweise werden sie immer von der Vermietern mit zum Essen eingeladen.

Samstag, 25. Dezember 2010

Wir sind in Cochin

Ja wir sind gut angekommen. Zu müde, um jetzt noch mehr zu schreiben. Hier ist es jetzt 12 Uhr und in Deutschland 7:30.

Fwd: Talerweg vor Weihnachten



Von meinem iPad gesendet

Anfang der weitergeleiteten E‑Mail:

Von: Arno Aka <arnoaka@gmx.de>
Datum: 25. Dezember 2010 08:56:08 GMT+05:30
An: maitricarya.minden@blogger.com
Betreff: Talerweg vor Weihnachten

Dies schöne Foto aus dem Talerweg dient zunächst einfach dazu auszuprobieren, wie das Versenden von Blognachrichten mit einem Foto funktioniert. Aber das Foto ist ja nun auch wirklich schön.

Freitag, 24. Dezember 2010

Unterwegs nach Kochi/Indien

Anlass genug für uns über Weihnachten nach Indien zu fliegen: Justine macht in Kochi, Südindien, ein viermonatiges Praktikum als Physio während ihres letzten Semesters. 2:30h früh am Morgen aufstehen und den Zug um 4 Uhr erwischen; dazwischen Niels um 3:30 von einer Party abholen... Im Moment sitzen wir endlich und zum Glück im Flieger, nachdem bedingt durch die Wetterverhältnisse sich ein Gefühl der Ungewissheit breitmachte, ob die Züge auch alle fahren und ob der Frankfurter Flughafen vielleicht schon wieder von einer Schneekatastrophe heimgesucht wurde. Mit 'nur' 40 Minuten Verspätung sind wir auf dem Flughafen angekommen.
Jetzt musste das Flugzeug noch enteist werden und mit einer Stunde Verspätung sind wir in der Luft. Erst einmal 5000km bis Abu Dhabi. Mein Monitor ist defekt: Geld zurück! Würde sonst gerne 'Salt' sehen, mit Angelina Jolie.